Freitag, April 24, 2026

Wie Feminismus zu Gewalt führt

1. Das Magdeburger Nachrichtenportal kompakt media betreibt in einem aktuellen Essay Ideologiekritik: "Feminismus: Der Feind, den man selbst erschuf". Der ungenannte Autor ist bemerkenswert sachkundig im Thema. Ein Auszug:

Die Erzählung ist so allgegenwärtig wie bestechend einfach: Die Weltgeschichte ist eine Geschichte der Unterdrückung der Frau durch den Mann. Das System, das diese Unterdrückung aufrechterhält, trägt den Namen "Patriarchat". In dieser binären Weltsicht sind die Rollen klar verteilt: Männer sind die Täter und Profiteure, Frauen die Opfer. Doch bei genauerer Betrachtung erweist sich dieses Narrativ als historisch unterkomplex und gesellschaftspolitisch problematisch. Wenn der Feminismus die Schuld für gesellschaftliche Schieflagen einzig im Patriarchat sucht, ohne den Anteil der Frauen an der Aufrechterhaltung dieser Strukturen zu berücksichtigen, läuft er Gefahr, zu einer Verblendung zu werden. Mehr noch: Der aggressive Kampfgedanke mancher feministischen Strömungen reproduziert oft genau jene Gewaltstrukturen, die er eigentlich überwinden will.

(…) Diese neue soziale Kontrolle führt unweigerlich zu der drängenden Frage, ob der feministische Kampfgedanke selbst jene Gewaltstrukturen reproduziert, die er dem Patriarchat vorwirft. Die Antwort ist ein unbequemes Ja. Als Esther Vilar ihre Thesen veröffentlichte, wurde sie nicht nur verbal attackiert, sondern von Feministinnen mehrfach tätlich angegriffen. Diese physische Gewalt ist nur die Spitze des Eisbergs. In der heutigen digitalen Ära manifestiert sich diese Aggression oft in Form der sogenannten Cancel Culture. Kritikerinnen wie Camille Paglia weisen darauf hin, dass der moderne Feminismus aufhören müsse, Männern pauschal die Schuld zu geben.

Die Washington Post beschrieb die Mechanismen der Cancel Culture treffend als eine Form der "weiblichen Aggression" oder "toxischen Weiblichkeit". Statt offener physischer Gewalt (die traditionell eher männlich assoziiert wird), bedient man sich der sozialen Ausgrenzung, des Rufmords und der Zerstörung von Existenzen. Wenn männliche Kritiker pauschal als "sexistisch" und abweichende weibliche Stimmen als "Verräterinnen" gebrandmarkt werden, bedient sich die Bewegung genau jener autoritären und unterdrückerischen Mechanismen, die sie eigentlich bekämpfen will. Der Kampf gegen das Patriarchat wird so paradoxerweise mit patriarchalen Waffen geführt.

(…) Ein zukunftsfähiger Ansatz muss die binäre Täter-Opfer-Logik hinter sich lassen. Er muss anerkennen, dass historische Strukturen das Resultat komplexer sozioökonomischer Entwicklungen waren, an denen beide Geschlechter ihren Anteil hatten. Wahre Gleichberechtigung entsteht nicht durch die Dämonisierung des Männlichen oder die blinde Idealisierung des Weiblichen, sondern durch die ehrliche Auseinandersetzung mit den Stärken, Schwächen und der gemeinsamen Verantwortung beider Geschlechter – jenseits von ideologischen Konstruktionen und Dekonstruktionen.




2. Der linke Kolumnist Roberto J. De Lapuente sieht in seiner Glosse "Ab ins Greiswehrersatzamt!" voraus, wie es aussehen wird, wenn der Staat auch ältere Männer wieder an die Front schickt, um Deutschland vor Angriffen zu schützen. Ein Auszug:

Die Männer sollten ja ihr Rollenbild überdenken, erklärte man ihnen seit vielen Jahren – die Selbstkasteiung des starken Geschlechts konnte man an der Flanke des Fernandes-Komplexes beobachten. Bereit dazu Gewalt anzuwenden, Menschen zu schaden, ihnen Würde und Leben zu nehmen: Das muss der Mann im Falle eines Falles – um dieses Gemeinwesen zu verteidigen, um Frauen und Kinder zu schützen. Da ist die Bestie gerade gut genug – lieber alter weißer Mann, so hilf uns doch, schütze unser Haus und vergib uns unsere Schuld. Du bist ja doch ganz okay.




3. Das Nachrichtenportal Nordbayern berichtet:

Rund 970 Mal haben Anrufer aus Bayern im vergangenen Jahr das "Hilfetelefon Gewalt an Männern" angerufen. "Ob psychische Gewalt, Misshandlung, Mobbing oder Übergriffe in der Partnerschaft, die Fachkräfte hören zu – anonym, kostenlos und sicher", betonte das Sozialministerium in München anlässlich des sechsjährigen Bestehens des Angebots. Denn: "Auch Männer erleben Gewalt – in der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder in der Partnerschaft." So sind den Angaben zufolge etwa 30 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt männlich.


Insgesamt werden nicht "auch" sondern vor allem Männer Opfer von Gewalt, und im häuslichen Bereich sind es 50 Prozent, egal was "die Angaben" behaupten, aber okay. Hauptsache, ihr tut endlich was um zu helfen.

"Oft stecken Männer die Demütigungen, Drohungen oder Schläge jahre- und sogar jahrzehntelang ein. Denn darüber spricht man(n) nicht", schilderte Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU). Oft aus Scham: Der Mythos vom "starken Mann" halte sich hartnäckig. "Ich würde mir sehr wünschen, dass noch mehr Männer diese Spirale des Schweigens durchbrechen, denn ein gewaltfreies Leben ist möglich", betonte Scharf.

Aus den Erhebungen des Männerhilfetelefons geht hervor, dass die Betroffenen 2025 in knapp zwei Dritteln (61 Prozent) der Fälle Gewalt von der (Ex-)Partnerin oder dem (Ex-)Partner ausgesetzt waren. In über zwei Dritteln der Fälle wurde eine ausschließlich weibliche Täterschaft angegeben, teilte das Ministerium mit. Am häufigsten sei bei den Gesprächen der Wunsch nach psychosozialer Beratung geäußert worden (50 Prozent). "Ebenfalls hoch war der Bedarf, eine Beratung bezüglich einer aktuellen Gewaltsituation (41 Prozent) oder Schutz vor weiterer Gewalt (34 Prozent) zu erhalten."

Das unter der Nummer 0800 123 99 00 erreichbare Männerhilfetelefon war am 22. März 2020 an den Start gegangen. Es bietet betroffenen Männern ein offenes Ohr und konkrete Hilfe. Riefen im Gründungsjahr noch 1.480 Menschen an, waren es im vergangenen Jahr schon 4.051 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei mehr als zwei Dritteln der Anrufer handele es sich um von Gewalt direkt Betroffene, erläuterte das Ministerium - wobei die Gewalt vor allem in der Partnerschaft oder dem nahen sozialen Umfeld stattfinde. Knapp ein Viertel der Anrufe komme aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen oder aus Fachstellen.

Das Männerhilfetelefon wird von Augsburg aus betrieben. Neben den Gründungsländern Bayern und Nordrhein-Westfalen beteiligen sich Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz an der Finanzierung. Neben telefonischer Beratung erhalten Betroffene beim Männerhilfetelefon auch online Unterstützung unter www.maennerhilfetelefon.de. Im Freistaat gibt es darüber hinaus auch spezialisierte Beratungsstellen in München, Nürnberg und Augsburg sowie Schutzwohnungen in Nürnberg und Augsburg.




4. Eine aktuelle australische Studie zeigt, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gewalt in Paarbeziehungen und erhöhter Suizidalität bei Männern besteht: Sowohl Männer, die Gewalt erleben, als auch solche, die sie ausüben, berichten signifikant häufiger von suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen. Dieser Effekt erweist sich als stabil über die Zeit, was auf ein anhaltendes Risiko statt einer kurzfristigen Krisenreaktion hindeutet. Die Ergebnisse verdeutlichen auch, dass Gewaltbeziehungen oft komplex und bidirektional sind, da Männer oft gleichzeitig Opfer und Täter sind, was die psychische Belastung verstärken kann. In der untersuchten Stichprobe berichteten 30,3 % der Männer, Partnerschaftsgewalt ausgesetzt gewesen zu sein, und 23,7 % davon, selbst Gewalt ausgeübt zu haben. Insgesamt unterstreicht die Studie, dass häusliche Gewalt ein erheblicher Risikofaktor für die psychische Gesundheit von Männern ist und Präventions- sowie Interventionsmaßnahmen dies berücksichtigen sollten.



5. Die feministisch geprägte britische Tageszeitung Guardian fragt, ob die Manosphäre das dating ruiniert habe. Natürlich, wer sonst könnte dafür in Frage kommen?



6. Eine ebenfalls britische Initiative, Frauenfeindlichkeit in den Reihen der Polizei anzuprangern, wurde zum Reinfall, nachdem die für Diversität Zuständigen lediglich sieben Antworten erhielten. In keinem dieser Fälle war es nötig, Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen.

Der pensionierte Polizeichef Martin Gallagher erklärte, das Scheitern dieser Kampagne zeige, dass Sexismus kein so großes Problem sei, wie es die Führungsspitze behauptet habe: "Meiner Meinung nach führen sie den Krieg von gestern. Als ich 1994 eintrat, war Sexismus ziemlich weit verbreitet. Als ich 2004 Sergeant war, waren die jungen Polizisten in meiner Schicht fast zu gleichen Teilen Männer und Frauen, und das Geschlecht spielte keine Rolle. Als ich 2022 in den Ruhestand ging, war offensichtlich, dass der meiste Sexismus nur noch eine schlechte Erinnerung war – aber es passte einigen, die ihre Karriere mit der Arbeit in Diversitätsrollen gemacht hatten, weiterhin Verhaltensweisen aus vergangenen Zeiten anzuprangern. Diversität in der Polizeiarbeit zu überwachen ist viel einfacher, als draußen in der Kälte auf der Straße zu stehen. Vielleicht wäre es angemessener, sich darauf zu konzentrieren, Kriminelle zu fassen."



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