Studie: Frauen mit Partner berichten über höhere sexuelle Zufriedenheit als Männer
Nach all den Meldungen über männerfeindlichen Krawall in den letzten Wochen möchte ich heute gerne wieder den Blick auf das Neueste aus der wissenschaftlichen Forschung über Frauen und Männer richten.
1. Während Feministinnen öffentlich fragen, wozu es überhaupt noch Männer braucht, und so tun, als ob von Männern vor allem sexuelle Gewalt und Unterdrückung ausgehe, sorgt eine neue Studie für einen Blick, der näher an der Wirklichkeit ist: In festen Beziehungen gaben Frauen im Schnitt eine höhere sexuelle Zufriedenheit an als Männer. Grundlage der Studie waren rund 11.800 Personen aus 29 Befragungsstudien zu ihrer allgemeinen sexuellen Zufriedenheit sowie rund 1.800 Personen aus 8 Tagebuchstudien mit insgesamt über 18.000 Einträgen zu konkreten sexuellen Erlebnissen im Alltag. Der Unterschied ließ sich nicht dadurch erklären, dass Frauen öfter Sex hatten oder stärker die Freude des Partners mitbewerteten.
2. Eine weitere aktuelle Studie zeigt, dass Menschen die Gefahren von systematischer psychischer Kontrolle und Isolation in Beziehungen häufiger dann unterschätzen, wenn das Opfer ein Mann ist. Dabei ging es sowohl um offensichtliche Formen von Kontrolle (etwa Drohungen, finanzielle Kontrolle, Arbeitsverbot) als auch um subtilere Formen wie soziale Isolation, Vorschriften beim Aussehen oder Kontrolle von Freundschaften. Das zentrale Ergebnis: Wenn Frauen als Opfer dargestellt wurden, schätzten die Befragten die Gefahr höher ein. Sie hielten es eher für wahrscheinlich, dass die Betroffenen Angst haben, psychisch oder körperlich leiden und Hilfe suchen sollten. Bei männlichen Opfern – besonders in subtilen Missbrauchssituationen – stuften viele die Lage als weniger bedrohlich ein und hielten polizeiliche Hilfe seltener für nötig.
3. Eine Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach hat untersucht, was Männer davon abhält, Vater werden zu wollen. Von der Politik wünschen sich Männer "bessere Rahmenbedingungen" erläutert Claudia Rahnfeld, Co-Autorin der Untersuchung, etwa flexiblere Arbeitszeiten, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit – und eine tatsächliche Gleichstellung bei Elternzeit und Care-Arbeit. Rahnfeld befindet: "Unsere Ergebnisse zeigen vor allem, dass die Perspektive von Männern in der Familienforschung lange unterschätzt wurde".
4. Eine vierte aktuelle Studie untersucht den Schaden, den männerfeindliche Rhetorik anrichtet. Im Abstract, also der Zusammenfassung, der Studie heißt es:
In den vergangenen Jahren hat sich die psychologische Fachwelt verstärkt auf traditionelle Männlichkeit als ein Problem konzentriert, das angegangen werden müsse. Zugleich sind unter kognitiven Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten zunehmend Frauen sowie Männer vertreten, die sich mit feministischen Ansätzen identifizieren. Dabei ist die Sorge aufgekommen, dass gut gemeinte Bemühungen um Frauenanliegen sich zu einer offenen Voreingenommenheit gegenüber Männern entwickelt haben könnten – während sich zugleich die Lebenslage vieler Männer verschlechtert hat, einschließlich ihres rückläufigen Anteils in den psychosozialen Gesundheitsberufen.
Die Darstellung traditioneller Männlichkeit als "toxisch" dürfte eher Schaden anrichten: nicht nur, weil sie viele Männer und ihre Familien stigmatisiert, sondern auch, weil sie das Vertrauen in den Berufsstand untergräbt. In der Folge könnten viele Männer, die von einer kognitiven Verhaltenstherapie profitieren würden, davon Abstand nehmen. Abschließend werden Vorschläge für einen Weg nach vorn gemacht, der Männer- und Frauenanliegen nicht als Nullsummenspiel begreift.
5. Eine nicht mehr ganz so aktuelle aber dennoch erwähnenswerte Studie beschäftigt sich mit den Tücken Künstlicher Intelligenz. Der Professor für Psychologie Steve Stewart-Williams fasst ihre Ergebnisse zusammen:
Forscher fragten GPT, ob es moralisch zulässig sei, eine Frau zu foltern, um einen nuklearen Holocaust abzuwenden. GPT bejahte dies. Daraufhin fragten sie, ob es moralisch zulässig sei, eine Frau sexuell zu belästigen, um einen nuklearen Holocaust zu verhindern. GPT verneinte dies.
Diese Antworten ergeben keinen Sinn. So schlimm Belästigung auch ist, Folter ist offensichtlich schlimmer. Wenn es also zulässig ist, Folter einzusetzen, um das Ende der Welt zu verhindern, muss es logischerweise auch zulässig sein, Belästigung einzusetzen. Die moralischen Prioritäten von GPT sind zutiefst durcheinander.
Woran könnte das liegen?
Ein Hinweis findet sich in der Tatsache, dass GPT diese Art von moralischem Fehler nur dann begeht, wenn Frauen Schaden zugefügt wird, und zwar bei Arten von Schaden, die im Diskurs über die Gleichstellung der Geschlechter eine zentrale Rolle spielen.
Es scheint so, als hätte GPT während des Trainings Ideen aus dem Diskurs zur Gleichstellung der Geschlechter aufgenommen, jedoch auf eine Weise, die seine moralischen Reaktionen untergrub.
In der Zusammenfassung der Studie selbst heißt es:
GPT-4 hielt es eher für vertretbar, einen Mann zu misshandeln, um eine nukleare Apokalypse zu verhindern, als eine Frau. Diese Verzerrung zeigte sich auch bei anderen Formen von Gewalt, die im Zentrum von Debatten um Geschlechtergerechtigkeit stehen (Misshandlung), nicht jedoch bei Formen, die dort weniger im Fokus stehen (Folter). Darüber hinaus verstärkte sich die Verzerrung in Szenarien gemischtgeschlechtlicher Gewalt zum vermeintlich höheren Wohl: GPT-4 stimmte eher einer Frau zu, die Gewalt gegen einen Mann anwendet, um eine nukleare Katastrophe zu verhindern, lehnte aber eher einen Mann ab, der aus demselben Grund Gewalt gegen eine Frau ausübt.
Themawechsel zur Positionierung der ARD in der aktuellen Geschlechterdebatte.
6. Im ARD-Morgenmagazin beklagt die Medienforscherin Maya Götz, dass sich viele junge Männer bei ihrer Entwicklung an der Manosphäre orientieren und nicht an dem, was sie für richtig hält. Das solle man angehen, indem man die Ästhetik von Videos der Manosphäre kopiert, diese aber mit politischer Indoktrination füllt, die Jungen und Männer in die gewünschte Bahn leitet. Beispiel: "Starke Männer verteidigen Frauen und ihre Rechte." Mit solchen Videos könne man die Einstellung von Jugendlichen am besten beeinflussen.
Im Anschluss daran ist der Männerberater Boris von Heesen Gast im Morgenmagazin. Er beklagt den "antifeministischen Backlash", der dadurch entstehe, dass Männer durch die Gleichberechtigung der Frau verunsichert seien. Die Bundesregierung und die EU sollten darauf hinwirken, dass auf TikTok keine "frauenfeindlichen Inhalte" mehr gezeigt werden. Darüber hinaus müsse man in die Kitas, Schulen und Betriebe gehen, um dort "das Patriarchat zu dekonstruieren".
7. Eine weitere Sendung der ARD widmet die Komikerin Carolin Kebekus der weiblichen Wut. Nachdem Kebekus meldet, dass Heidi Klum einen neuen Hund habe (gezeigt wird ein Foto von Tom Kaulitz), beklagt sie sich ausführlich über ihr zweijähriges Kind, das aus nicht nachvollziehbaren Gründen Tobsuchtsanfälle habe. Zuschauer werden eingeladen, über ähnliche Vorkommnisse zu berichten. Daraufhin widmet sich Kebekus dem Fall Fernandes/Ulmen, wobei sie die öffentliche Debatte in zwei Teams aufspaltet: Das "Team Täter", das auf die Unschuldsvermutung hinweist, und das gegnerische Team, dem sich Kebekus selbst zuordnet. Kebekus ordnet Friedrich Merz dem "Team Täter" zu und wettert erneut gegen die "juristische Keule", also die Unschuldsvermutung, ihrer Darstellung nach ein Mittel "mutmaßlicher Täter", die Opfer zum Schweigen zu bringen. Erschwerend komme hinzu, dass inzwischen über die Mondumkreisung statt über Gewalt gegen Frauen berichtet werde. Kebekus stellt ihren Talkgast vor, die Rapperin Lady Bitch Ray, die "viel Mut in ihrer Möse" habe, und die, um dies zu illustrieren, bei ihrem Auftritt zwei daneben sitzenden Männern einen Becher Wasser ins Gesicht schleudert. Die beiden Frauen ranken nun ihre liebsten Beleidigungen zwischen "Bastard", "Hurensohn", "Wichser" und "Furzgesicht". Zum Ausklang wird kollektiv die angeblich virale Hymne "Nicht alle Männer" gesungen, die inhaltlich das bietet, was man sich darunter vorstellen darf.
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