Montag, März 09, 2026

"Sperrt die Männer weg!" – Tausende verbreiten sexistischen Hass

Tausende Menschen haben in deutschen Städten zum Weltfrauentag demonstriert. In Hamburg versammelten sich unter dem Motto "Internationale feministische Kämpfe vereinen" mehrere Tausend Teilnehmer zu einer Demonstration. Die überwiegend weiblichen Demonstrierenden zogen von den St.-Pauli-Landungsbrücken in Richtung Altona-Altstadt. Eine genaue Teilnehmerzahl konnte die Polizei zunächst nicht nennen.

Auf Schildern hieß es: "Wir sind die Töchter der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet", "Sperrt die Männer weg!" oder "No men, no problem". Über dem Demonstrationszug waren auch Fahnen linker und kommunistischer Gruppen zu sehen. Einige Teilnehmerinnen zündeten Feuerwerkskörper mit farbigem Rauch an.

(…) Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) konstatierte, hinsichtlich Frauenrechten sei zwar "viel erreicht" worden, "aber es gibt noch viel zu tun". Auch er verwies auf die schlechtere Bezahlung von Frauen und ihre mangelnde Repräsentation in Führungsetagen. Zudem dürften Gewalt gegen Frauen und Femizide "niemals akzeptiert werden".

Für Montag ruft die Initiative "Enough/Genug" zu einem "globalen Frauenstreik" auf. Einen Tag nach dem Weltfrauentag sollen Teilnehmerinnen ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit niederlegen. Angesichts bedrohlicher Zeiten seien schärfere Instrumente als Petitionen und Demonstrationen notwendig, hieß es.


"Die Welt" berichtet.



2. Die Autorin Barbara Blaha möchte mit ihrem neuen Buch Männer zu "feministischen Verbündeten" machen:

Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. (…) Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen "Lücken", die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie "nur" gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen.


Blaha berichtet weiter über die Schrecken des Patriarchats:

Lehrer und Lehrerinnen widmen dem Buben mehr Aufmerksamkeit. Später geht es weiter: Erwachsene Männer halten sich für deutlich intelligenter, als sie sind. Wenn man sich fragt "für wie schlau hältst du dich?", schätzen die ihren IQ auf 110.


Ich weiß auch nicht, wie Frauen in einer Welt überleben sollen, in denen sich manche Männer für knapp überdurchschnittlich intelligent halten.

Der Artikel wird danach nicht besser. So gelingt es Blaha, die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern auf 36 Prozent hochzurechnen. Im wesentlichen scheint ihr Buch aber das wiederzukäuen, was man schon in zig feministischen Traktaten gelesen hat, ohne dass sich intellektuell irgendetwas vorwärts bewegt.



3. Andernorts träumen Feministinnen für eine Welt ohne Männer und fordern einen Generalstrreik aller Frauen. Wie eine Welt ohne Männer aussehen würde, habe ich in Voraussicht auf genau solche Beiträge bereits hier skizziert. Beruhingenderweise erfahren wir: "Es geht nicht darum, Männer auszurotten oder sie auf einen anderen Planeten zu verbannen, sondern sie einfach für einen Tag zu isolieren." Na dann.

Das eigentlich Beängstigende ist, dass derlei Irrsinn allen Ernstes als "Aufklärung" verkauft wird. Würden radikale Incels von einer Welt ohne Frauen träumen oder Faschisten von einer Welt ohne Muslime/Schwarze/Juden/etcetera würde solcher Hass sofort als Zeichen für eine gefährliche Persönlichkeitsstörung erkannt. Im feministischen Bereich gilt dieser Hass als völlig normal.



4. Vereinzelt gelingt es Feministinnen tatsächlich, Männer für ihre Ideologie zu gewinnen. Als Mann solle man "einfach mal die Fresse halten" fordert etwa der Schauspieler Robert Stadlober, der sich als wackerer Kämpfer gegen das Patriarchat versteht.



5. Der zuletzt verlinkte Artikel ist Teil einer größeren Reihe, mit der der Berliner "Tagesspiegel" gegen Kritik am Feminismus Front macht. Diese Kritik ist nämlich eine Gefahr für unsere Demokratie, die sich offenbar nur retten lässt, wenn Männer "die Fresse halten". Deshalb müsse man jetzt zur Wutbürgerin werden, der Manosphere entgegentreten und Männer "in die Seminare bekommen", die ihnen erklären, wie minderwertig sie sind. Leider gebe es dagegen Abwehrstrategien wie Schweigen. (Wir lernen: Männer sollen ihre Fresse halten, aber auf keinen Fall schweigen.) Und natürlich fordern die Grünen ein entschiedenes Vorgehen gegen Feminismuskritik.



6. Am Donnerstag hatte ich hier aufgeschlüsselt, dass eine internationale Studie allein wegen Ländern wie Indonesien zu dem Fazit gelangt, in der Generation Z fordere jeder dritte Mann eine gehorsame Frau. Währenddessen verbreitet sich die durch die Berichterstattung über die Studie ausgelöste Alarmstimmung. So spricht die Süddeutsche Zeitung von einem "gefährlichen Backlash" und fordert, die Gleichstellungspolitik müsse endlich auf die Bedrohung durch die Manosphäre reagieren:

Frühzeitige Präventionsprogramme könnten Jungen und Männer stärker in den Blick nehmen, sodass sie weniger anfällig sind für Manfluencer in den sozialen Medien. Entsprechende Programme sollten hierzulande stärker an den Schulen verankert werden. Keine einmaligen Workshops, die sie nach ein paar Wochen eh wieder vergessen, sondern als fester Bestandteil des Unterrichts. Natürlich müssen auch die Plattformen selbst besser kontrollieren, welche Inhalte da eigentlich verbreitet werden.


In der Londoner Times bekommt es ein junger Mann nicht auf die Kette, dass die erwähnte Studie seiner Lebenserfahrung komplett widerspricht:

Ich möchte nicht empört nach meiner Perlenkette greifen, aber diese Zahlen sind schockierend. Ich wusste, dass die Kluft zwischen Männern und Frauen immer größer wird, aber ich wusste nicht, dass es so schlimm ist. Erschreckende 59 Prozent der Männer der Generation Z sagen, dass von ihnen zu viel erwartet wird, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. 57 Prozent sind der Meinung, dass wir durch die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter nun Männer diskriminieren.

Anekdotisch gesehen stimmen die Zahlen nicht überein. Fast alle meine männlichen Freunde hatten schon einmal eine Freundin; keiner von ihnen hat sich darüber beschwert, dass seine Freundin "zu unabhängig" sei. Unabhängigkeit ist eine begehrte Eigenschaft bei einem Partner.


Seine Schlussfolgerung: Wenn Medien etwas berichten, das nicht mit seiner Lebenserfahrung übereinstimmt, muss mit seiner Lebenserfahrung etwas nicht stimmen:

Vielleicht leide ich jedoch unter einer Art Konsensverzerrung. Meine Freunde und ich teilen ähnliche Überzeugungen, aber es scheint, dass diese Überzeugungen nicht von allen anderen geteilt werden.

(…) Was könnte dahinterstecken? Ich vermute stark, dass es Angst ist – Angst und Wut. Schließlich sind Frauen in Rekordzahlen am Arbeitsplatz und in der Bildung vertreten, was sicherlich ein Grund zum Feiern ist. Aber ein schwächerer Mann [als ich] – insbesondere einer, der mit dem schwierigen Arbeitsmarkt für junge Menschen zu kämpfen hat – könnte dies als Bedrohung interpretieren. Zu diesem Feuer kommt noch der Brennstoff des Online-Machismo hinzu, wie er zuvor erwähnt wurde.


Ja, Angst und Wut sind keine guten Ratgeber. Es sei denn natürlich, sie gehen von Frauen aus.

Auch eine weitere Journalistin wird von der Studie emotional ein winziges bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht:

Das bringt mich fast dazu, dass mir der Dampf aus den Ohren kommt. Ich habe nicht nur gehofft, dass die Zukunft junger Frauen besser sein würde als das, ich war auch so naiv zu glauben, dass dies definitiv der Fall sein würde. Natürlich kenne ich Andrew Tate, Incels und die Red Pill, aber ich dachte, dass dies eine kleine Minderheit wäre, die schnell schrumpft. Dass Männer, die sich durch die Rekordzahl von Frauen in Bildung und Beruf bedroht und verärgert fühlen, eher Ausgestoßene wären, als dass sie sich unter Gleichgesinnten wiederfinden würden.

Als Mutter eines Jungen im Teenageralter, der 2014 geboren wurde, also nur zwei Jahre nach der Generation Z, bin ich von dieser Studie wirklich erschüttert. Diese Einstellung widerspricht allem, was ihm seit seiner Kindheit vermittelt wurde, und der Gedanke, dass er im Laufe seines Heranwachsens anfangen könnte, diesen Unsinn zu verbreiten, ist unvorstellbar.

Seit er ein Baby ist, schimpfe ich mit ihm über Frauenfeindlichkeit (weil Kinder das lieben). Als er acht Jahre alt war, blickte er von der Karte auf, die er liebevoll für seinen Vater gemalt hatte, und sagte: "Eigentlich ist jeden Tag Vatertag, wegen des Patriarchats. Jeder Tag ist Männertag." Ich war noch nie so stolz auf ihn.




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