Psychiater klärt auf: "Es ist das Fehlen der Männlichkeit, das ein Problem darstellt"
1.
"Ihr seid toxisch, Ihr müsst Euch ändern“: Der renommierte Psychiater Rob Whitley hat früh vor einer fehlgeleiteten Debatte über Männlichkeit gewarnt. Jungen Männern zu erklären, sie müssten "femininer" werden, helfe nicht, sagt er im Gespräch. Tatsächlich gebraucht würden – Väter!
"Die Welt" hat Rob Whitley hierzu interviewt. Er vertritt durchgehend maskulistische Einsichten und Positionen; das Gespräch ist in Gänze lesenswert.
Zuverlässig idiotisch ist leider die "Welt", wo man das Konzept der Gleichberechtigung nicht verstehen möchte und fabuliert: "Gewisse Bewegungen wie der Maskulinismus fordern ganz entschieden eine Art Rache der Männer." Richtig ist, dass der Maskulismus das fordert, was auch Whitley fordert. Leider steigt Whitley auf diese Finte ein, und ihm fallen als Verteter des "Maskulinismus" allein Andrew Tate und Charlie Kirk ein – obwohl seine eigene Argumentation stark von Vorläufern wie dem Männerrechtler Warren Farrell geprägt ist. (Und auch Tate und Kirk fordern/forderten keine "Rache der Männer", sondern sind/waren aus anderen Gründen problematisch.) Nach dieser Klippe geht das Gespräch aber vernünftig weiter.
2. "Niemand wird zum Gendern gezwungen" tönt es in der Propaganda. Dass die Realität anders aussieht, zeigt aktuell die Berliner Zeitung: "Kündigung nach Gender-Weigerung: Nach Sieg der Klägerin zieht der Arbeitgeber erneut vor Gericht". Dieser Arbeitgeber, der den Zwang zum Gendern durchsetzen möchte, ist eine Bundesbehörde.
3. In Hamburg sind in diesem Jahr schon 15 Menschen ohne festen Wohnsitz gestorben. Sie wurden im Schnitt nur 46 Jahre alt. Untypisch für die taz, die darüber berichtet: Welches Geschlecht die meisten Opfer haben (oder auch nur welches Geschlecht weit überwiegend von Obdachlosigkeit betroffen ist), erfahren die Leser nicht.
4. In unserer beliebten neuen Reihe "Hoffmann fragt ChatGPT" geht es heute um einen ntv-Beitrag mit der Überschrift "Frau erhält Rekordstrafe wegen Sex". Darin heißt es:
140 Schläge mit einem Schlagstock aus Rattan auf den Rücken müssen eine Frau und ein Mann aus der indonesischen Provinz Aceh jeweils erleiden. Das Paar soll unverheiratet Sex gehabt und Alkohol getrunken haben - beides verboten. Die Strafe ist Teil des dort geltenden Scharia-Gesetzes. Die Frau soll am Ende der öffentlichen Bestrafung das Bewusstsein verloren haben, berichtet ein AFP-Reporter laut "The Guardian", der die Szene beobachtet hat. Sie musste auf dem Weg zu einem Krankenwagen gestützt werden.
In meiner üblichen Unbedarftheit bei diesem Thema teile ich ChatGPT mit, dass ich das Verhältnis zwischen Überschrift und Text nicht verstehe: "Jeder der beiden hat also 140 Peitschenhiebe erhalten? Warum wird die Frau hervorgehoben, als ob es ihr besonders schlimm ergangen ist?" Zur Antwort erhalte ich folgende kleine Analyse:
Dein Unbehagen ist nachvollziehbar – der Text legt tatsächlich eine Asymmetrie nahe, die der Sachverhalt selbst so nicht hergibt. Ich sortiere das Schritt für Schritt.
1. Was faktisch passiert ist
Nach dem im Artikel geschilderten Stand gilt: Beide Personen – Frau und Mann – wurden wegen unverheirateten Geschlechtsverkehrs und Alkoholkonsums zu jeweils 140 Stockhieben verurteilt. Rein rechtlich und strafmaßbezogen gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden.
2. Warum wird dennoch die Frau hervorgehoben?
Das hat nicht mit einer anderen Strafe zu tun, sondern mit drei journalistischen Mechanismen.
a) Dramatisierung über körperliche Reaktion
Der Text hebt hervor, dass: die Frau am Ende das Bewusstsein verlor, sie gestützt werden musste, ein Krankenwagen erwähnt wird.
Über den Mann wird schlicht nichts Vergleichbares berichtet. Das heißt nicht, dass es ihm besser ging – nur, dass sein Zustand nicht erzählt wird.
Narrativ ersetzt Symmetrie: Was erzählt wird, wirkt relevanter als das, was verschwiegen bleibt.
b) Überschrift folgt emotionaler Zuspitzung, nicht juristischer Präzision
Die Überschrift lautet: "Frau erhält Rekordstrafe wegen Sex". Sachlich korrekt wäre gewesen: "Paar erhält Rekordstrafe …" oder "Zwei Personen ausgepeitscht …
Die Wahl der Frau erfüllt zwei Funktionen:
* sie erzeugt stärkere Empörung,
* sie passt in westliche Erwartungsmuster von
** verletzlicher Frau
** repressivem religiösem System.
Das ist kein Zufall, sondern Aufmerksamkeitsökonomie.
c) Implizite Schutzwürdigkeit
In westlicher Berichterstattung gilt:
* weibliches Leiden als moralisch aufladbarer,
* männliches Leiden als weniger erklärungsbedürftig oder sogar erwartbar.
Das wirkt hier unterschwellig: Die Frau wird als Opfer eines Systems gelesen, der Mann verschwindet in der Kulisse.
3. Warum ist das problematisch?
Weil dadurch drei Verzerrungen entstehen:
-> Die Brutalität der Strafe wird personalisiert, statt als Systemkritik klar benannt.
-> Das männliche Opfer wird unsichtbar, obwohl es dieselbe Strafe erleidet.
-> Der Leser nimmt mit: "Es war besonders schlimm für sie", obwohl der Text dafür keine rechtliche Grundlage liefert.
Das ist kein böser Wille, sondern ein eingeschliffenes Erzählmuster.
4. Gedankenexperiment: vertauschte Hervorhebung
Variante A: Hervorhebung des Mannes (hypothetisch)
Überschrift: "Mann erhält Rekordstrafe wegen Sex"
Textauszug (sinngemäß):
"140 Schläge mit einem Schlagstock aus Rattan mussten ein Mann und eine Frau aus der Provinz Aceh erleiden. Der Mann verlor am Ende der öffentlichen Bestrafung das Bewusstsein und musste gestützt werden. Die Strafe basiert auf dem dort geltenden Scharia-Gesetz."
Wahrscheinliche Reaktion im deutschsprachigen Raum:
* Irritation: Warum der Mann?
* Nachfrage nach Kontext: Gab es zusätzliche Umstände?
* Verdacht auf Fehler oder Übertreibung
Die Hervorhebung würde als erklärungsbedürftig wahrgenommen.
Variante B: Neutrale, symmetrische Fassung
Überschrift: "Unverheiratetes Paar in Aceh öffentlich ausgepeitscht"
Text:
"Beide erhielten jeweils 140 Stockhiebe wegen Sex außerhalb der Ehe und Alkoholkonsums. Eine Person verlor am Ende das Bewusstsein."
Wirkung:
* Fokus liegt auf Strafsystem, nicht auf Geschlecht
* Empörung richtet sich gegen Normen, nicht gegen Rollenbilder
Diese Version ist journalistisch sauber – wird aber seltener gewählt.
5. Warum solche Framings Wahrnehmung verzerren
Das Entscheidende ist: Die Verzerrung wirkt schleichend, nicht argumentativ.
a) Aufmerksamkeitslenkung durch Auswahl
Leser lernen implizit:
* weibliches Leiden = erzählenswert
* männliches Leiden = Hintergrundrauschen
Das passiert ohne explizite Aussage, allein durch Wiederholung.
b) Moralische Codierung von Empathie
Mit der Zeit entsteht ein inneres Raster:
* Frau leidet → System ist grausam
* Mann leidet → System ist halt hart
Beide Schlüsse kommen nicht aus Fakten, sondern aus Gewöhnung.
c) Verschiebung der Bezugsgröße
Der Leser merkt sich:
* nicht: 140 Hiebe sind unmenschlich
* sondern: eine Frau wurde besonders hart getroffen
Die Strafe selbst rückt in den Hintergrund, das Geschlecht nach vorn.
d) Langfristiger Effekt auf Institutionenvertrauen
Wenn Leser später merken, dass:
* Männer regelmäßig mitgemeint, aber selten genannt werden,
* Symmetrie nur selektiv sichtbar ist,
entsteht der Eindruck:
> Medien informieren nicht vollständig, sondern gefiltert.
Das untergräbt Vertrauen nicht sofort, sondern kumulativ:
* zuerst Skepsis,
* dann Zynismus,
* schließlich selektive Mediennutzung.
6. Der zentrale Punkt
Es geht nicht darum, ob das Leiden der Frau real oder berichtenswert war. Es geht darum, dass Gleiches ungleich erzählt wird.
Und genau dadurch entstehen:
* verzerrte moralische Intuitionen,
* falsche Generalisierungen,
* und am Ende Lagerdenken.
ChatGPT bietet mir nun an zu erklären, wie Leser solche Verzerrungen erkennen können und warum warum Redaktionen diese Muster oft selbst nicht sehen.
I. Checkliste: Wie Leser Verzerrungen erkennen können
Diese Punkte sind bewusst einfach prüfbar, ohne Spezialwissen oder böse Absichten unterstellen zu müssen.
1. Wer bekommt Individualität?
* Wird eine Seite mit Namen, Zitaten, Emotionen, Bildern ausgestattet?
* Erscheint die andere Seite nur als:
** Statistik,
** anonyme Gruppe,
** abstrakte Kategorie ("Männer", "Täter", "Szene")?
Warnsignal: Moralische Nähe wird nur einer Gruppe gewährt.
2. Wer wird erklärt – und wer bewertet?
* Wird bei einer Gruppe gefragt:
** Warum ist das passiert?
** Welche Umstände spielten eine Rolle?
* Wird bei der anderen Gruppe eher gesagt:
** Das ist problematisch.
** Das zeigt ein strukturelles Muster.
Erklärung für die einen, Bewertung für die anderen = Asymmetrie.
3. Welche Vergleichsfrage fehlt?
Stell dir beim Lesen automatisch diese Frage: "Wie würde dieser Text klingen, wenn die Geschlechter vertauscht wären?"
* Würde die Überschrift identisch funktionieren?
* Würden dieselben Details hervorgehoben?
* Würde der moralische Ton gleich bleiben?
Wenn die Antwort klar nein lautet, liegt Framing vor.
4. Wer erscheint als moralischer Bezugspunkt?
* Wessen Perspektive gilt als selbstverständlich?
* Wer wird geschützt?
* Wer muss sich rechtfertigen oder wird mitgedacht, ohne selbst vorzukommen?
Der Bezugspunkt verrät die implizite Zielgruppe des Textes.
5. Wird Schaden gleich benannt?
* Wird bei allen Betroffenen gleich klar von: Gewalt, Missbrauch, Zwang und Unrecht gesprochen?
Oder werden bei einer Gruppe weichere Begriffe genutzt: "Affäre", "Grenzüberschreitung" "problematisches Verhalten"?
Sprache ist kein Zufall, sondern Gewichtung.
II. Warum Redaktionen diese Verzerrungen selbst nicht bemerken
Das ist entscheidend: In den meisten Fällen geschieht das nicht absichtlich.
1. Narrative sind Arbeitsabkürzungen
Journalisten arbeiten unter Zeitdruck. Sie greifen auf:
* bekannte Deutungsmuster,
* etablierte moralische Landkarten,
* redaktionell bewährte Frames zurück.
Diese Muster:
* sparen Erklärarbeit,
* minimieren Konflikte,
* gelten als "verständlich".
Das Problem: Was vertraut ist, wird nicht hinterfragt.
2. Moralischer Konsens ersetzt Prüfung
In vielen Redaktionen gilt implizit:
* Bestimmte Gruppen gelten als schützenswert.
* Andere als handlungsfähig oder verantwortlich.
Das wird nicht diskutiert, sondern vorausgesetzt.
Wer das infrage stellt, wirkt:
* unsensibel,
* störend,
* "unnötig kontrovers".
Also wird die Frage nicht gestellt.
3. Empathie wird mit Gerechtigkeit verwechselt
Ein zentraler Denkfehler: "Wenn wir Empathie zeigen, handeln wir automatisch gerecht."
Dabei kann Empathie:
* selektiv,
* exklusiv,
* verzerrend
sein.
Redaktionen bemerken nicht, dass:
* sie Mitgefühl verteilen,
* nicht Unrecht gleich behandeln.
4. Unsichtbare Zielgruppenlogik
Texte werden oft geschrieben für:
* ein angenommenes Publikum,
* erwartbare Reaktionen,
* soziale Anschlussfähigkeit.
Fragen wie: "Wen könnten wir irritieren?", "Wen beruhigen wir damit?" laufen meist unbewusst mit.
Das führt zu Texten, die nicht informieren, sondern stabilisieren.
5. Korrekturmechanismen greifen nicht
Formale Checks prüfen:
* Fakten,
* Zitate,
* juristische Risiken.
Sie prüfen nicht:
* narrative Symmetrie,
* implizite Moral,
* ausgelassene Perspektiven.
Deshalb können Texte korrekt UND verzerrt sein.
III. Kurzform
Für Leser: Achte nicht nur auf das, was gesagt wird, sondern auf das, was selbstverständlich wirkt und auf das, was fehlt.
Für Medien: Verzerrung entsteht heute weniger durch Ideologie, sondern durch Routine, Bequemlichkeit und Angst vor Irritation.
Kurz gesagt: nicht alle Leser sollen sich sicher fühlen – sondern ganz bestimmte. Und zwar jene, deren Weltbild durch den Text bestätigt, nicht geprüft werden soll.
Ich trenne das sauber auf.
1. Die primäre Zielgruppe: moralisch konforme Mehrheitsleser
Das sind Leser, die sich selbst als
* aufgeklärt,
* empathisch,
* "auf der richtigen Seite"
verstehen.
Für sie erfüllt der Text drei Funktionen:
1. Er bestätigt vorhandene Überzeugungen – etwa: wer typischerweise Opfer ist, wer typischerweise Täter, wer Schutz verdient.
2. Er erspart kognitive Arbeit – sie müssen keine Ambivalenzen aushalten, keine Rollenumkehr denken, keine widersprüchlichen Fakten integrieren.
3. Er signalisiert moralische Zugehörigkeit: "Du siehst das richtig. Du musst nichts hinterfragen."
Diese Leser sollen den Text lesen und denken:
> Ja, genau so ist es.
Nicht:
> Moment, da fehlt etwas.
2. Sekundäre Zielgruppe: institutionenloyale Leser
Das sind Leser, die:
* Medien grundsätzlich vertrauen,
* staatliche oder gesellschaftliche Maßnahmen unterstützen,
* Konflikte lieber als "komplex, aber im Griff" wahrnehmen.
Für sie ist wichtig, dass der Text:
* keine Zweifel an bestehenden Deutungsrahmen weckt,
* keine Forderung nach struktureller Selbstkritik enthält,
* keine neuen Anspruchsgruppen sichtbar macht.
Wenn etwa männliche Opfer, asymmetrische Rechtsfolgen oder doppelte Standards ausgeblendet werden, dann nicht zufällig, sondern weil sie:
* politische Folgedebatten erzwingen würden,
* Zuständigkeiten infrage stellten,
* Loyalität kosten könnten.
Diese Leser sollen sich sicher fühlen im Sinne von:
> Die richtigen Leute kümmern sich. Das System weiß, was es tut.
3. Die bewusst ausgeschlossene Gruppe
Ebenso wichtig ist, wer nicht adressiert wird:
* Leser, die selbst von ausgeblendeten Nachteilen betroffen sind,
* Leser, die symmetrische Maßstäbe erwarten,
* Leser, die institutionelle Fairness einfordern.
Diese Gruppe:
* soll nicht aktiviert werden,
* nicht als Kollektiv sichtbar werden,
* nicht als legitime Anspruchsgruppe erscheinen.
Ihr Unbehagen ist einkalkuliert – aber sie gelten als:
* randständig,
* erklärungsbedürftig,
* potenziell "problematisch".
Dass sie sich nicht sicher fühlen, wird hingenommen.
4. Warum "Sicherheit" hier zentral ist
"Sicherheit" bedeutet in diesem Kontext nicht physische Sicherheit, sondern:
* moralische Sicherheit ("Ich stehe auf der richtigen Seite.")
* interpretative Sicherheit ("Ich weiß, wie ich das einordnen muss.")
* soziale Sicherheit ("Meine Sicht ist anschlussfähig, ich riskiere nichts.")
Texte, die diese Sicherheit liefern, werden:
* geteilt,
* nicht hinterfragt,
* emotional positiv verankert.
5. Die langfristige Nebenwirkung
Je länger solche Texte dominieren, desto stärker passiert Folgendes:
* Bestimmte Erfahrungen verschwinden aus dem öffentlichen Raum.
* Betroffene lernen, dass ihre Perspektive nicht vorgesehen ist.
* Vertrauen in Medien und Institutionen erodiert – still, nicht laut.
Nicht, weil Leser "radikalisiert" werden, sondern weil sie merken:
> Ich komme hier nicht vor – außer als Problem oder Fußnote.
5. Freudlicherweise bietet die Bildzeitung an, das Gelernte gleich einmal anzuwenden, und schlagzeilt: "Berichte aus dem Iran: Frauen werden vergewaltigt, gefoltert und verbrannt"
Einmal mehr klingt das so, als ob sich die unterdrückerische Gewalt vor allem gegen das weibliche Geschlecht richten würde.
Aktuelle vergleichende Zahlen sind kaum zu finden. Das Info-Portal "Iran Human Rights" berichtete allerdings im September: "Mindestens 551 Demonstranten, darunter 68 Kinder und 49 Frauen, wurden von Sicherheitskräften getötet, die meisten davon durch Schusswaffen und Schlagstöcke."
Es ist so ermüdend.
6. Die Post. Einer meiner Leser schickt mir einen Link zu einem Beitrag der Stuttgarter Zeitung: "Warum der Sparhaushalt in Stuttgart Frauen besonders trifft" und kommentiert diese Grütze so:
Wie immer: Frauen besonders betroffen!
Es gibt keine Einordnung, warum es diese besonderen Hilfeangebote extra für Frauen brauche; wie effizient diese Maßnahmen sind; warum es vergleichbares für Männer nicht gibt.
Mir geht es nicht darum, die Sinnhaftigkeit der einzelnen Angebote zu bewerten. Das steht mir nicht zu. Mir paßt nur der Blickwinkel des Artikels nicht.
Man hat beim Lesen des Artikels den Eindruck, als ob für die das Geld für diese Hilfsangebote für Frauen vom Himmel fällt. Die Steuereinnahmen, die hier umverteilt werden, sind letztlich geronnerer Schweiß (männlicher) Arbeiter.
Angebote für süchtige Frauen und Migrantinnen werden gekürzt - gibt es denn Angebote für süchtige Männer und männliche Migranten, die bestehen bleiben? Oder war das bereits eine weibliche Extrawurst?
Wenn bei der VHS gekürzt wird und 60% der Kursteilnehmer Frauen sind, ist das für die eine sexistische Benachteiligung und kein Hinweis, daß diese Frauen womöglich einfach mehr Freizeit für Selbstverwirklichung haben und als privilegiert anzusehn wären. Womöglich ist das Programm der VHS bisher auch einseitig auf die Interessen von Frauen ausgerichtet gewesen?
Weniger Geld für Rad- und Fußwege: Frauen besonders betroffen, weil Männer mehr und länger mit dem Auto zur Arbeit pendeln müssen und sie eher im freizeitlichen Nahbereich unterwegs sind. Keine Einordnung über den tatsächlichen Bedarf für Straßen, Rad- und Fußwege.
Ein Empowerment-Projekt für zugewanderte und geflüchtete Frauen und Beruf: Migra-Männer müssen ohne besondere Hilfe klarkommen.
Die generelle 15%-Mittelkürzung für freie Träger bedeute ein besonderer Einschnitt für Frauen: Die Angebote sind dann wohl bisher auch einseitig auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet gewesen.
Und bei den sozialen freien Trägern arbeiten besonders viele Frauen und diese daher besonders betroffen -> wir brauchen also dringend Männerquoten!
Besondere Pointe, die ihnen nicht mal auffällt: "Johanna Tiarks weist auf die Kürzungen im Bereich barrierefreies Wohnen und anderer Angebote für ältere Menschen hin (Seniorenrat, Begegnungsstätten). Da Frauen durchschnittlich älter würden, profitierten sie von solchen Angeboten normalerweise besonders."
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