Mittwoch, Februar 04, 2026

Neue Studie: Frauen befürworten politische Gewalt eher als Männer

1. Eine der Kuriositäten, wenn Feministinnen Männerrechtler als enorme Bedrohung darstellen, liegt darin, dass der Feminismus eine Gewaltgeschichte aufweist, die sich beim Maskulismus nicht findet. Diese Diskrepanz ist nicht auf die Geschlechterdebatte beschränkt, wie die neueste Forschung zeigt:

Wenn wir über politische Gewalt sprechen, gehen wir in den meisten Fällen davon aus, dass die Täter junge Männer sind. Das erscheint plausibel: Männer greifen statistisch häufiger zu körperlicher Gewalt und werden öfter wegen Gewaltdelikten festgenommen. Zugleich sehen sich viele mit steigender Arbeitslosigkeit, sinkenden Bildungsabschlüssen und wachsender sozialer Entfremdung konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass Forschende annehmen, junge Männer trieben eine größere Toleranz gegenüber politischer Gewalt voran.

Neue Daten stellen diese Annahme jedoch infrage. Eine aktuelle Umfrage des Network Contagion Research Institute (NCRI) an der Rutgers University ergab, dass Frauen unter bestimmten Bedingungen eher als Männer bereit waren, politische Gewalt zu befürworten. Die Ergebnisse widersprachen dem vorherrschenden Narrativ so deutlich, dass sie selbst die Forschenden überraschten.


Die übliche Überraschung, sobald sich Frauen keineswegs heiliger als Männer herausstellen.

Bei genauerem Hinsehen ergibt diese Entwicklung allerdings Sinn, wenn man erkennt, woher diese Impulse bei manchen Frauen stammen. Der Aufstieg dessen, was ich "strafende Weiblichkeit" nenne, ist eine Folge der toxischen politischen Onlinekultur – einer Kultur, die das Geschlecht verändert, das lange als zurückhaltender und weniger gewaltgeneigt galt.

Um die Toleranz gegenüber politischer Gewalt zu untersuchen, nutzte das NCRI Daten aus einer Umfrage unter 1.055 Befragten, die so gewichtet wurde, dass sie repräsentativ nach Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Bildungsgrad ist. Die Teilnehmenden wurden gefragt, ob sie irgendeine Rechtfertigung für den gezielten Mord an Präsident Donald Trump und dem Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, sähen. Die Antworten wurden auf einer siebenstufigen Skala erfasst, die von null ("völlig ungerechtfertigt") bis sechs ("hochgradig gerechtfertigt") reichte.

Unter den links der Mitte verorteten Befragten äußerten 67 Prozent zumindest eine gewisse Rechtfertigung für den Mord an Trump – ein Anstieg um elf Prozentpunkte gegenüber einer früheren NCRI-Studie aus dem Jahr 2025. Vierundfünfzig Prozent der rechts der Mitte verorteten Befragten gaben an, in gewissem Maß den Mord an Mamdani zu rechtfertigen.

Auffällig ist, dass die Rechtfertigung für die Tötung Trumps und jene für die Tötung Mamdanis stark miteinander korrelierten. Das legt nahe, dass Unterstützung für politischen Mord nicht bloß parteipolitisch motiviert ist, sondern eine allgemeine Toleranz gegenüber politischer Gewalt widerspiegelt.

Das unerwartetste Ergebnis: Frauen befürworteten solche Gewalt signifikant häufiger als Männer. Weibliche Befragte waren etwa 21 Prozent eher als männliche bereit, zumindest eine gewisse Rechtfertigung für den Mord an Mamdani zu äußern, und rund 15 Prozent eher geneigt, den Mord an Trump zu rechtfertigen.

Beide Unterschiede waren statistisch signifikant. Diese Effekte blieben auch dann bestehen, wenn Alter und andere Variablen kontrolliert wurden.

Diese Diskrepanz lässt sich nicht ohne Weiteres durch biologische Geschlechtsunterschiede oder allein durch politische Polarisierung erklären. Vielmehr spiegelt sie den Aufstieg einer eigenständigen und beunruhigenden Denkweise wider.

Die stärksten Prädiktoren für Gewaltakzeptanz in den NCRI-Daten waren intensive Nutzung sozialer Medien und das Gefühl, die USA befänden sich in einem Zustand endgültigen Niedergangs. Die Gewaltbefürworter in der Umfrage sind keine klassischen Extremisten. Vielmehr scheinen sie von Verzweiflung, Nihilismus und moralischer Verwirrung geprägt zu sein, wie sie online verbreitet sind.

Aus nicht ganz klaren Gründen scheinen Frauen für diese Denkweise besonders anfällig zu sein. In den vergangenen zehn Jahren sind Frauen – insbesondere jüngere – in ihren politischen Urteilen stärker politisch und emotional polarisiert worden. Politische Meinungsverschiedenheiten werden zunehmend als schwerwiegende moralische Verfehlungen betrachtet und nicht mehr als bloße Differenzen. Wer die Welt so sieht, hält es für moralisch gut, andere für abweichende Ansichten zu bestrafen.

Ich bezeichne diese Haltung als "strafende Weiblichkeit". Damit meine ich keine Feindseligkeit, Grausamkeit oder Aggression im herkömmlichen Sinn. Gemeint ist die Verwandlung moralischer Sorge in eine Legitimation, strafend zu handeln. Die Übernahme dieser Haltung wird durch eine Mischung aus roher Wut, emotionaler Manipulation und einem übersteigerten Gefühl moralischer Gewissheit befeuert.

Soziale Medien spielen bei dieser Transformation eine zentrale Rolle. Moderne Plattformen belohnen Empörung, Absolutheitsansprüche und demonstrative Aggression. Sie ebnen moralische Komplexität ein und heben Verurteilung hervor – bis hin zu ihrer Verherrlichung.

(…) Wenn uns soziale Stabilität und das Wohlergehen der nächsten Generation wichtig sind, müssen wir den Kurs ändern. Wir müssen aufhören, moralische Empörung zu belohnen – insbesondere dann, wenn sie Unterstützung für Gewalt einschließt.




2. DER SPIEGEL beschäftigt sich mit der wachsenden Unlust auf männlichen Nachwuchs: "So schlimm sind Jungs auch wieder nicht." Die erkennbar feministisch orientierte Autorin des Artikels räumt ein, dass es Gründe gibt, keinen Sohn haben zu wollen: "Jungen haben häufig mehr Probleme in der Schule als Mädchen, sie sind oft unruhiger, haben schlechtere Noten, schließen seltener die Schule oder eine Ausbildung ab. Dafür geraten sie häufiger in Konflikt mit dem Gesetz, haben mehr gewaltvolle Auseinandersetzungen, nehmen öfter Drogen." Statt auf diesen Beobachtungen eine Analyse über gesellschaftliche Benachteiligung zu entwickeln, argumentiert sie:

Das sind nur Aussagen über den Durchschnitt. Sie sagen nichts über das einzelne Kind. Die Vorhersagekraft des Geschlechts ist dabei meist viel geringer als die Unterschiede von Mädchen und von Jungen untereinander. Ein konkretes Beispiel: Zwar sind fast doppelt so viele männliche Jugendliche irgendwann in einen Gewaltdelikt verwickelt als weibliche. Für beide Geschlechter gilt jedoch: Der Mehrheit passiert das nicht. Man muss nicht das Y-Chromosom fürchten, wenn man eigentlich Angst vor Gewalt, Mobbing und Misserfolg hat.


Das ist immerhin eine Einstellung, die man auch vielen anderen Feministinnen wünschen würde.



3. Arte berichtet in einer fast einstündigen Dokumentation über sexuelle Gewalt gegen Männer als Kriegswaffe.



4. Nach 20 Jahren Gefängnis wegen sexuellen Kindesmissbrauch, der in Wahrheit nie passiert war, ist jetzt ein Mann aus Texas in die Freiheit entlassen worden. Seine Tochter hatte ihn im Alter von zwölf Jahren beschuldigt und diese Anschuldigungen als Erwachsene zurückgezogen. (Die Anschuldigungen geschahen im Rahmen einer Psychotherapie; wie fragwürdig viele solcher Therapien damals waren, habe ich 2001 in meinem Buch "Sind Frauen bessere Menschen?" dargelegt.)



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