Freitag, Oktober 23, 2020

Monika Maron, Brandstiftung, Strip-Völkerball – News vom 23. Oktober 2020

1. Wie mehrere Medien berichten, hat sich der S.-Fischer-Verlag von seiner Autorin Monika Maron getrennt. Spiegel-Online zufolge habe Maron "immer wieder mit rechten Äußerungen für Empörung" gesorgt. Nennen kann Spiegel-Online solche angeblich rechten Äußerungen nicht und greift stattdessen auf Positionen wie diese zurück:

In ihrem aktuellen Roman "Artur Lanz" beschäftigt sie sich mit der postheroischen Gesellschaft, also einer Zeit ohne Helden. Sie täten ihr leid, die "schmalen Jungs", die heute in den Medien präsentiert würden, sagte Monika Maron im Gespräch mit dem SPIEGEL. Männer seien aus ihrer Ernährerrolle gestoßen worden, es kursiere geradezu ein Hass auf sie, den sie entsetzlich finde. Wegen solcher und weiterer Aussagen, etwa zum Islam, stand Maron immer wieder in der Kritik.


Offenbar gilt für Spiegel-Online bereits Widerspruch gegen Männerhass als "rechts".

Maron selbst berichtet über die Hintergründe des Umgangs des Fischer-Verlages mit ihr im Deutschlandfunk.

Die Berliner "taz" bezeichnet den Rauswurf Marons als "nachvollziehbar". Bestimmt werde die Autorin irgendwo einen neuen Verlag finden. "Ein Fall von kultureller Intoleranz liegt keineswegs vor, selbst wenn Demagogen im Netz ihre Tiraden mit dem Cancel-Culture-Hashtag versehen."

Die liberale Feministin Thea Dorn, Autorin und Moderatorin des "literarischen Quartetts" (ZDF), bezeichnete die Trennung des Verlags von Maron in der Jüdischen Allgemeinen als "fatales Einschüchterungssignal" an alle Autoren: "Wehe, ihr wandelt auf Abwegen! Wehe, ihr verstoßt gegen das moralische Reinheitsgebot!" Sie frage sich, "wie in einem solchen Klima Literatur und Kunst noch gedeihen sollen, wie die immer krassere Polarisierung der Gesellschaft aufgehalten werden soll".



2. Bei dem Großfeuer im von der Polizei kürzlich geräumten feministischen Wohnprojekt in der Berliner Liebigstraße ermittelt der Staatsschutz inzwischen wegen schwerer Brandstiftung, versuchten Totschlags und schweren Landfriedensbruchs. Ein Polizeisprecher teilte dem Berliner "Tagesspiegel" mit, dass aus einer Gruppe von zwölf Personen mehrere Brandsätze geworfen worden seien, von denen mindestens einer sowohl das Gebäude als auch Müll und Gerümpel davor getroffen habe. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im Haus, die glücklicherweise unverletzt blieben.

Der Tweet der Berliner Polizei, dem zufolge man wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Totschlags ermitteln werde, löste einigen Unmut aus. So heißt es in einem Kommentar: "Wenn es Jahrelang Rechte Angriffe in Neukölln gibt, dann wird erstmal gar nicht ermittelt, aber hier gleich wegen Totschlag. Schon klar." Ein anderer schreibt der Berliner Polizei: "Wie ihr die Linken hasst. Meine Güte."



3. In der Schweiz wird wegen der Corona-Pandemie die Zwangsarbeit für Männer verlängert; Frauen bleiben wie bisher verschont.



4. Das Lincoln-Projekt, einflussreiche konservative Trump-Gegner, die mit stark emotionalisierten Beiträgen im Präsidentschaftswahlkampf mitmischen, hat etwas geschaffen, das die Demokratische Partei nicht hinbekommen hat: eine Wahlwerbung, die sich gezielt an Männer richtet. Der Spot zeichnet ein insgesamt positives Männerbild. Freilich geht in dem abschließenden Aufruf "Vote for Joe!" unter, dass die jungen Männer an den Hochschulen massiv unter einer von Biden mitverantworteten sexistischen Politik zu leiden hatten und Biden versprochen hat, diese Politik neu zu etablieren.



5. Die letzte Folge der Reality-Show "The Bachelorette" sorgte in den USA für viel Kritik in den sozialen Medien:

Viele Zuschauer waren verärgert, als aus einem Spiel des "extremen" Völkerballs ein unbeholfenes Spiel des "Strip-Völkerballs" wurde.

Die Kandidaten wurden in eine rote und eine blaue Mannschaft aufgeteilt, die jeweils um ein Gruppentreffen mit [der Bachelorette] Clare kämpften. Bevor das Spiel begann, sagte Clare: "Ich habe das Gefühl, dass ich hier den Einsatz erhöhen möchte. Ich finde, wir sollten Strip-Völkerball spielen."

Chris Harrison reagierte überrascht und fragte: "Dieses Turnier ist also zu Ende, wenn die unterlegene Mannschaft nichts mehr am Körper trägt?" Daraufhin antwortete Clare: "Ja. Das ist mein Spiel, das sind meine Regeln." Einige der Männer fühlten sich sichtlich unwohl mit der Bitte, aber sie stimmten der neuen Regel zu.

Die blaue Mannschaft verlor drei Spiele in Folge, was dazu führte, dass sie erst ihre Hemden, dann ihre Socken und dann ihre Shorts auszogen. Die rote Mannschaft gewann das Date mit Clare. Bis auf einzigen Teilnehmer, Brendan Morais, endeten alle Spieler des blauen Teams völlig nackt. Brendan entschuldigte sich dafür, dass er sein Suspensorium anbehielt, und sagte: "Ich liebe dich, aber ich kann das nicht."


Einige der vielen Zuschauer-Kommentare zur Sendung, die auf Twitter veröffentlicht wurden, lauteten:

Kannst du dir vorstellen, was los wäre, wenn "Der Bachelor" Frauen Strip-Völkerball spielen lassen würde? Er würde sofort abgesetzt werden.


Strip-Völkerball? Sie sollte wegen sexueller Belästigung verklagt werden.


Besonders viele Likes erntete ein Tweet der Youtuberin Sydney Watson:

Meine Freunde zwingen mich, mir "Die Bachelorette" anzusehen. Während eines Teils waren die Jungs gezwungen, sich beim "Strip-Völkerball" auszuziehen. Könnt ihr euch überhaupt vorstellen, dass weibliche Teilnehmerinnen gezwungen würden, sich auszuziehen und nackt herumzulaufen? Das feministische Geschrei würde niemals enden.




6. Die Post. Einer meiner Leser widerspricht dem gestern auf Genderama veröffentlichten Leserbrief:

Hallo Herr Hoffmann,

ich lese Ihre Seite regelmäßig, vielen Dank für Ihre Arbeit. Ich hoffe, ich erreiche Sie mit dieser Mail.

Ich schreibe wegen dem Leserbrief zum Kampfsport. Ich betreibe selbst seit ca. 40 Jahren Kampfsport, früher Vollkontakt Karate, jetzt Aikido und Ju Jutsu (=Allkampf).

Zitat:

Z. B. gab es da diesen MMA-Kampf, bei dem die Sportlerin Taika Brents von einer Trans-Frau schwer verletzt worden ist. Nun, wenn ich Sorge hätte, dass ich bei einem MMA-Kampf verletzt werden könnte, dann würde ich nicht darauf dringen, dass Trans-Frauen für MMA-Kämpfe gesperrt werden, sondern ich selbst würde an keinen MMA-Kämpfen teilnehmen. MMA-Kämpfe sind für sich genommen schon so gefährlich, dass jeder, der ein wenig Sorge um seine Gesundheit hat (also jeder normal denkende Mensch), sie tunlichst vermeiden sollte.


Natürlich kann man sich beim Kampfsport ernsthaft verletzen, aber das geht bei jedem Sport. Bei MMA sind aber die Schäden überschaubar, da die Kämpfe relativ kurz sind und nicht wie beim Boxen die Kämpfe künstlich durch gepolsterte Handschuhe in die Länge gezogen werden. Beim Boxen sind die Spätfolgen deutlich schwerer als bei MMA.

Und, Kampfsport bildet durchaus den Geist.

Zitat:

Dito für Rugby.


Der Absatz ist genauso ein Unsinn. Wer Angst um seine Gesundheit hat, darf also keinen Sport mehr ausüben? Wie wärs mit Segeln, wie viele ertrinken dabei? Ein Kunde von mir ist beim Segeln ertrunken, mein Versicherungsberater behauptet Segeln zähle zu den gefährlichsten Sportarten mit den meisten Toten weltweit.

Zitat:

Aber wie kann das sein, wenn Frauen den Männern doch körperlich immer unterlegen sind? Nun, offenbar sind die Grenzen der weiblichen Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht – da ist noch Luft nach oben.


Das ist völliger Unsinn.

Grob gesagt: Das obere Drittel der Frauen, ist so stark wie das untere Drittel der Männer. Es hat seinen guten Grund, warum Mädchen beim Fußball spätestens mit 14 nicht mehr mit Jungen trainieren. So hat doch die U15 Auswahl der Jungs, die australischen Frauenmannschaft geschlagen. Und die Frauen sind technisch Weltspitze.

Zitat:

Nach spätestens drei Jahren werden sie das Leistungsniveau der Trans-Frauen erreicht und teilweise überboten haben.


Wenn es so einfach wäre, hätten sie es doch schon längst getan, da sie doch einfach mit Männern trainieren müssen, laut dem Leser.

Ich will aber noch was anderes sagen. Es gibt bei allen Sportarten, besonders beim Kampfsport, sowas wie passive Sicherheit. Als Trainierte ist ihr Muskel-, Knochen- und Sehenapperat auf den Sport vorbereitet. Das gilt aber nicht, wenn die Belastung SPRUNGHAFT ansteigt.

Beispiel: Ich habe einen 11 jährigen Sohn, der sehr kräftig und erfolgreich Ju Jutsu ausübt. Glauben Sie, ich würde ihn gegen einen trainierten 16 jährigen schicken? Natürlich nicht, weil die Kraftentfaltung der 16 jährigen zu groß ist.

Und das gilt auch bei Erwachsenen. Warum sind wohl die Gewichtsklassen eingeführt worden? Wie glauben Sie, schaut ein 60kg Mann gegen einen 120 kg Mann aus? Ich selbst wiege ca. 110 kg bei 190cm. Ich trainiere mit Frauen, Kindern und Männern. Was, glauben Sie, passiert mit einer 65kg Person wenn ich voll zuschlage, oder im Bodenkampf mich nur drauflege? GENAU deshalb ist die MMA-Kämpferin so schwer verletzt worden!

Transfrauen, haben im Frauensport nichts zu suchen (außer beim Schach und ähnlichen Sportarten). Sie sind allein von der Körpergröße her Männer.

Noch ein letztes. Die Schlagenergie geht im wesentlichen auf die Formel E = 0,5*Masse*(Beschleunigung)² zurück. Die Beschleunigung geht ins Quadrat ein. Doppelt beschleunigt gleich VIERfache Energie. Einfach mal darüber nachdenken :-)


Ein anderer Leser sieht die Dinge ähnlich:

Hallo Herr Hoffmann,

gegen die Argumentation eines anderen Lesers, die Sie zur Frage der Fairness/Unfairness von Trans-Frauen im Frauensport ausführlich zitieren, habe ich Widerrede.

Ich selbst bin übrigens "studierter Sportler" (abgeschlossenes Diplom-Sportstudium und seit Langem Triathlet), deshalb interessiert mich diese Diskussion.

Der Leser führt an, es sei nicht sinnvoll, gefährliche Sportarten wie MMA-Kämpfe oder Rugby bestreiten zu wollen und zugleich aus Sorge um die Gesundheit beschränkende Regeln zu fordern.

Zitate:

"Neenee, Rugby ist immer total gefährlich, und Frauen, die Sorge um ihre Gesundheit haben, sollten besser kein Rugby spielen."


"Wenn ich in ein Haifischbecken springe, dann hat es wenig Sinn, vorher darauf zu drängen, dass diese Haifische nicht größer als sieben Meter sein dürfen."


Dieses ist meiner Meinung nach kein Argument, sondern bestenfalls ein argumentativer Winkelzug: Verabsolutierung einer Annahme, gern ins Absurde ("Rugby ist total gefährlich", sinngemäß "Wer kämpfen will, muss auch Kingkong als Gegner akzeptieren.")

Wer Sport – egal ob "gefährlich" oder nicht – ausübt, geht selbstverständlich und zu Recht davon aus, dass Regeln und Rahmenbedingungen eingehalten werden. Er übt diesen Sport unter diesen Regeln und Rahmenbedingungen aus. Diese sind oft sogar nur unausgesprochen und bilden die gemeinsame Basis aller Beteiligten. Eine Grundannahme jeden Sports ist zum Beispiel, dass es zwar Gesundheitsgefahren gibt, diese aber nicht regel- und uferlos sind. Es gibt in wohl allen Sportarten relativ klare und allgemein geteilte Auffassungen, welche Gefahren als normal akzeptiert werden, einschließlich bestimmter Regelverstöße, gegenüber Gefahren, die nicht akzeptiert werden und deshalb auf jeden Fall vermieden werden (sollen). Leichtere Verletzungen, Prellungen, Zerrungen, schlimmstenfalls mal harmlosere Knochenbrüche aufgrund unglücklicher Zusammenstöße oder Ungeschick sind akzeptiert. Schwere Brüche, bleibende Schäden, weil ein Idiot kein Maß mehr kennt oder hat, nicht.

Der Leser würde vermutlich nicht seiner eigenen Logik folgend zustimmen, wenn es ab sofort hieße "Straßenverkehr ist gefährlich; wenn du über die Straße gehst, beklag dich nicht, dass du dir Sorgen machst, weil 40-Tonner mit 100 km/h durch den Ort fahren."

Ob und wenn ja, wie sehr Trans-Frauen gegenüber "biologischen" Frauen im Vorteil sind, ist sicherlich nicht pauschal einfach zu beantworten, geschweige denn einfach in Regeln zu berücksichtigen. Aber dieses Argument ist einfach Unsinn.

Das zweite Argument, dann sollen halt Frauen mit Trans-Frauen trainieren, und schwups, verlören letzter ihren Vorsprung, ist noch dürftiger und geht an der Realität vorbei.

Erstens ginge der mutmaßliche Vorteil der Trans-Frauen nicht verloren. Wer größer ist, ist größer. Durch Training wird aus einer kleineren Frau keine größere. Was immer die kleinere Frau durch Training verbessern kann, kann die größere ebenfalls durch Training verbessern.

"Nach spätestens drei Jahren werden sie das Leistungsniveau der Trans-Frauen erreicht und teilweise überboten haben."


Ach, und Trans-Frauen steigern nicht ihr Leistungsniveau?

Zu den Beispielen des Lesers: Möge er die Schwimmzeiten von Almsieck mit den Schwimmzeiten der Männer vergleichen ... Möge er sich in Schachranglisten kundig machen ... Natürlich profitieren Frauen vom Training mit Männern. Aber der Abstand zu Männern wird dadurch kaum berührt.

Einfache Frage dazu: Warum gibt es eigentlich bei fast allen Sportarten die Trennung nach Geschlecht? Oder Altersklassen? Eben.

Hiermit hat der Leser allerdings wiederum recht:

"Es ist natürlich schön, wenn Sie in Ihrem Blog alternative Meinungen würdigen und auch eigene Meinungen zurücknehmen."


In diesem Sinne auch noch vielen, vielen Dank für Ihre aufwendige und wertvolle Arbeit mit diesem Blog und anderswo! (Einen Dauerauftrag habe ich jetzt kürzlich endlich ab November eingerichtet – nachdem ich schon seit Jahren beinahe täglich hier lese.)


Herzlichen Dank dafür!

Kevin Fuchs schließlich schreibt mir zum Umgang der Politik mit den Minderheiten, um die es hier geht:

Hallo Arne,

vor einiger Zeit hatte ich eine Petition an den baden-württembergischen Landtag und den Bundestag geschickt. Das war zu der Zeit, als man die Wahl eines dritten Geschlechts gesetzlich verankern wollte.

Die Forderung der beiden Petitionen war wie folgt: Gleichstellungsbeauftragte sind nach baden-württembergischem Recht und Bundesrecht für die Vertretung weiblichen Personals zuständig. (Das ist auch in beinahe allen anderen Bundesländern so.)

Das schließt nun aber Intersexuelle (weder eindeutig Mann noch Frau) aus. Die Gleichstellungsgesetze sollten gemäß dieser Petitionen so geändert werden, dass sie auch Intersexuelle einschließen. Wir reden hier gar nicht von Männern - die habe ich in den Petitionen nicht erwähnt, obwohl die ja ebenfalls ausgeschlossen sind.

Es erfolgte keine nennenswerte Auseinandersetzung mit den Petitionen. Daraus musste ich die Schlussfolgerung ziehen, dass die politische Kaste sich in Wahrheit gar nicht um Intersexuelle schert, obwohl sie sich als deren größter Fürsprecher inszeniert.

Diese zwei Petitionen waren für mich ein Experiment. Ich wollte wissen, wie ernst Politikern dieses Thema wirklich ist.

Politiker benutzen solche Minderheiten für nicht mehr als reines Virtue Signalling. Und das ist etwas, was entsprechende Minderheiten (Schwule, Lesben, Transsexuelle und Intersexuelle) sich vor Augen halten müssen. Die Politik hat kein aufrichtiges Interesse an ihnen.

Wenn's hart auf hart kommt, also sobald es um das Verteilen von Privilegien geht, ist Schluss mit der Gutmenschlichkeit - so wie hier bei den Grünen.


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